Schloss Castelgrande

Grabungen in den Jahren 1984-85 bezeugen eine erste Besiedlung des Hügels von Castelgrande in der Neusteinzeit, also ca. 5500 vor Christus.

Auf dieser Siedlung, die wahrscheinlich bis zur Römerzeit laufend weiterentwickelt wurde, erbaute man im 4. Jahrhundert n. Chr. die erste Festung. Grabungen sowohl als auch Dokumente aus dem 6. Jhdt bestätigen das Bestehen dieser Befestigungsanlage. Im  14. Jhdt taucht erstmals der lateinische Name für Castelgrande, Castel Magnum, auf.

Während der eidgenössischen Besetzungszeit hiess die Burg Uri oder Altdorf (1630), 1818 wurde sie San Michele genannt. Der gegenwärtig sichtbare Gebäudekomplex geht auf verschiedene Epochen zurück. Die Bauten aus dem  13. Jhdt werden 1473-86 mit einer "mailändischen" Phase überbaut, welcher anfangs des 17. Jhdts Wiederherstellungsarbeiten folgen und schliesslich, im  19. Jhdt, grosse Eingriffe.

Das heutige Aussehen des Innenhofs, die Wiederherstellung der Zugänge, der Lift und die Treppe zur Stadt sowie der teilweise neue Innenausbau sind das Resultat der Restaurierung von 1984-911 die der Architekt Aurelio Galfetti geleitet hat. Ein besonderes Merkmal im Landschaftsbild von Bellinzona sind der 27 m hohe "weisse Turm" und der 28 m hohe "schwarze Turm", erbaut 1250-1350. Die Ringmauer mit Zinnen unterteilt die Burg in drei grosse Sektoren; eine mächtige Mauer verläuft zudem zur Stadt hinunter. Zur Zeit der Visconti führte sie über den felsigen Vorsprung bis zum Fluss Ticino hinunter. Erbaut gegen Ende des l4. Jhdts, wurde sie in den Jahren 1486-89 von den Sforza verstärkt und im Jahr 1515 von einer Ueberschwemmung, der "buzza di Biasca", zum Teil zerstört.

Die Burg gewährt einen einzigartigen Ausblick. Steile Gässchen führen von der Piazza Nosetto und der Piazza Collegiata auf den Schlosshügel; ein Zugang führt über die Mauer vom Viale Portone her; von der Piazza del Sole aus steht der Lift zur Verfügung.