Schloss Sasso Corbaro

Diese Burg beherrscht die Gegend von Bellinzona aus 230 m Höhe über der Stadt. Wie bei anderen von den Sforza in lombardischen Städten errichteten Befestigungsbauten sind die Mauerwerke auf geometrische Grundformen beschränkt. Dem viereckigen, von hohen Mauern umschlossenen Innenhof, fügen sich der massive Hauptturm (mastio) mit bis zu 4,7 m dicken Mauern und der Beobachtungsturm (torre di vedetta) an.

Die Burg Sasso Corbaro wurde auf Befehl des Herzogs von Mailand in etwas mehr als sechs Monaten ununterbrochene 4 Tag und Nachtarbeit im Anschluss an die Schlacht von Giornico im Jahre 1479 erstellt. Der mit ihrem Bau beauftragte Militäringenieur Benedetto Ferrini aus Florenz starb kurz vor der Fertigstellung an der Pest. Die Burg wurde nach dem Hügel benannt, auf dem sie sich mit dem ganzen Stolz der Renaissance erhebt. Unter der Herrschaft der Eidgenossen wurde sie Burg Unterwalden und im Jahre 1818 Santa Barbara getauft. Die Bellinzonesi nennen sie auch Castello di Cima. Sie ist die dritte der Befestigungen, die von den Herzöge von Mailand zur Verstärkung der Abriegelung des Ticinotals erstellt wurden.

Nach 1798 wurde sie sich selbst überlassen and wäre sicher zerfallen, wenn sie der Kanton anfangs 1870 nicht einer privaten Gesellschaft, die ein Hotel daraus machen wollte, und später an drei Bellinzoneser Familien, die sie in eine Sommerresidenz umbauten, weitergegeben hätte.

Im Jahre 1919 wurde sie vom Kanton zurückgekauft, der sie renovierte und unter anderem die Eingangsportale, die Kapelle aus dem 17. Jhdt und den Ziehbrunnen wieder aufbauen liess. Bequeme Strassen führen von der Burg Montebello and von der via Ospedale zum Sasso Corbaro. Letztere führt dem Wildbach Dragonato entlang und an der romantischen Kirche der Madonna della Neve vorbei. Die Burg steht in idyllischer Ruhe auf einem bewaldeten Bergvosprung, von dem aus der Blick gegen Norden über die Stadt und das Rivieratal hinweg bis zum Pizzo di Claro und gegen Süden bis zum italienischen Becken des Lago Maggiore reicht.